Pierre Richard : Son âge réel va vous étonner

Pierre Richard
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Wenn man an Pierre Richard denkt, erscheint sofort ein Bild vor dem inneren Auge: der zerzauste blonde Haarschopf, die himmelblauen Augen und diese unnachahmliche, fast poetische Tollpatschigkeit. Er ist der ewige Träumer, der liebenswerte Pechvogel, der „grosse Blonde mit dem schwarzen Schuh“, der seit über 60 Jahren ein fester und geliebter Bestandteil der französischen Kultur ist. Seine Figur ist so zeitlos, dass man leicht vergisst, dass auch für Legenden die Uhren ticken.

Genau deshalb ist die folgende Information so verblüffend. In nur wenigen Tagen, am 16. August 2025, wird dieser ewig junge Mann seinen… 91. Geburtstag feiern.

Einundneunzig. Die Zahl wirkt fast surreal, wenn man sie mit der ungebrochenen Energie und Lebensfreude des Mannes in Verbindung bringt. Wie kann es sein, dass derjenige, der die Rolle des ewigen Zerstreuten perfektioniert hat, sich als eine der beständigsten und aktivsten Persönlichkeiten des französischen Kinos erweist? Die Antwort liegt in einer aussergewöhnlichen Lebensgeschichte, die von Leidenschaft, Neugier und einer tiefen Liebe zum Leben selbst geprägt ist. Dieser Artikel erforscht das Phänomen Pierre Richard, seine unvergessliche Karriere, seine verborgenen Leidenschaften und die Geheimnisse hinter seiner unglaublichen Langlebigkeit.

Pierre Richard
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Kapitel 1: Die Geburt des „grossen Blonden“ – Ein Clown gegen sein Schicksal

Pierre Richards Weg zur Ikone war alles andere als vorgezeichnet. Er musste gegen die Erwartungen seiner eigenen Familie ankämpfen, um seinen Traum zu verwirklichen.

Eine bürgerliche Jugend und der Traum von der Komödie

Geboren als Pierre Richard Maurice Charles Léopold Defays in einer grossbürgerlichen Industriellenfamilie in Valenciennes, schien sein Weg vorbestimmt. Doch der junge Pierre hatte andere Pläne. Er träumte nicht von Stahlwerken, sondern von der Bühne. Gegen den Willen seiner Familie ging er nach Paris, um Schauspielunterricht zu nehmen. Er wusste instinktiv, dass seine Berufung in der Komödie lag.

Die Schöpfung einer einzigartigen Figur

In seinen frühen Jahren am Theater und im Kabarett entwickelte er jene Figur, die ihn unsterblich machen sollte. Inspiriert von Meistern wie Jacques Tati und Buster Keaton, schuf er einen Charakter, der nicht durch laute Gags, sondern durch seine sanfte, unbeholfene Art bestach. Seine Figur ist ein Träumer, ein Poet, der ständig mit der Tücke des Objekts und den absurden Realitäten des Lebens kollidiert. Er ist ein liebenswerter Aussenseiter, mit dem sich das Publikum sofort identifizieren konnte.

1972: Der grosse Blonde mit dem schwarzen Schuh – Die Weihung

Der endgültige Durchbruch kam 1972 mit dem Film von Yves Robert. In der Rolle des Geigers François Perrin, der fälschlicherweise für einen Superagenten gehalten wird, wurde Pierre Richard über Nacht zum Superstar. Der Film war ein riesiger Erfolg und machte seine Figur des ahnungslosen, zerstreuten Träumers weltberühmt. Der „grosse Blonde“ war geboren, und Frankreich hatte einen neuen Liebling.


Kapitel 2: Das goldene Zeitalter – Das mythische Duo mit Gérard Depardieu

Die 1980er Jahre zementierten seinen Legendenstatus durch eine der erfolgreichsten Partnerschaften der französischen Kinogeschichte: sein Duo mit Gérard Depardieu unter der Regie von Francis Veber.

Die Magie einer Begegnung

Die Chemie zwischen dem schlaksigen, sanften Richard und dem bulligen, impulsiven Depardieu war pure Magie. Francis Veber erkannte dieses Potenzial und schuf eine Reihe von Komödien, die auf diesem perfekten Kontrast basierten.

Der Hornochse und sein Zugpferd (1981): Eine perfekte Alchemie

Der Originaltitel „La Chèvre“ (Die Ziege) beschreibt das Konzept perfekt. Richard spielt den unvorstellbaren Pechvogel François Perrin, der nach Mexiko geschickt wird, um eine ebenfalls vom Pech verfolgte junge Frau zu finden. Depardieu ist der harte Privatdetektiv Campana, der ihn begleiten muss und langsam dem Wahnsinn verfällt. Der Film war ein gigantischer Erfolg und begründete ein legendäres Komikerduo.

Zwei irre Spaßvögel und Die Flüchtigen: Die Legende wird bestätigt

Mit Les Compères (Zwei irre Spaßvögel, 1983) und Les Fugitifs (Die Flüchtigen, 1986) setzten sie ihren Erfolg fort. In diesen Filmen perfektionierten sie ihre Rollenverteilung: der eine als die Quelle des Chaos, der andere als derjenige, der widerwillig aufräumen muss. Diese Filme sind heute Klassiker und ein fester Bestandteil des französischen Kulturerbes. Die Freundschaft zwischen Richard und Gérard Depardieu hält bis heute an.


Kapitel 3: Jenseits des Zerstreuten – Der Schauspieler und der Winzer

Pierre Richard nur auf seine tollpatschigen Rollen zu reduzieren, würde ihm nicht gerecht werden. Er ist ein vielseitiger Künstler und ein Mann mit einer tiefen, erdverbundenen Leidenschaft.

Nuanciertere Rollen

Obwohl die Komödie sein Markenzeichen blieb, hat Pierre Richard immer wieder in ernsteren oder poetischeren Rollen überzeugt. Als Regisseur hat er ebenfalls mehrere Filme gedreht, darunter den autobiografisch angehauchten Ich weiss von nichts und sage alles. Er hat bewiesen, dass hinter dem Clown auch ein sensibler und nachdenklicher Schauspieler steckt.

Das Domaine de l’Évêque: Die andere Leidenschaft seines Lebens

Das vielleicht grösste Geheimnis seiner Vitalität liegt nicht in Paris, sondern im sonnigen Süden Frankreichs. 1986 kaufte Pierre Richard ein Weingut in der Corbières-Region, das Domaine de l’Évêque. Dies war keine Laune eines Stars, sondern der Beginn einer tiefen und andauernden Leidenschaft. Seit fast 40 Jahren ist er ein engagierter Winzer, der hochwertige Weine produziert.

Der Wein als Erdung

Diese Arbeit im Weinberg ist für ihn mehr als nur ein Geschäft. Es ist seine Verbindung zur Natur, zu den Jahreszeiten und zu einer greifbaren, ehrlichen Arbeit. In einer Welt des Scheins, wie es die Filmindustrie oft ist, bietet ihm der Wein eine Form von Authentizität und Erdung. Er spricht über seine Weine mit der gleichen Leidenschaft wie über seine Filme. Diese zweite Karriere hat ihm zweifellos eine andere Art von Erfüllung und Energie gegeben.


Kapitel 4: Das dritte Leben – Eine Ikone, die auch 2025 noch aktiv ist

Viele Stars seines Alters geniessen längst ihren Ruhestand. Nicht so Pierre Richard. Sein Terminkalender ist auch mit fast 91 Jahren noch erstaunlich voll.

Eine Renaissance im Kino

In den letzten Jahren hat er eine wunderbare Renaissance im Kino erlebt. Er spielt nun oft die Rolle des liebenswerten, weisen und manchmal immer noch etwas verschrobenen älteren Herrn. In Filmen wie der erfolgreichen Serie Les Vieux Fourneaux (Die alten Knacker) beweist er, dass sein komödiantisches Timing und sein Charme ungebrochen sind. Er hat es geschafft, seine Paraderolle würdevoll altern zu lassen.

Allein auf der Bühne: Die Freude an der Nähe zum Publikum

Eine seiner grössten Freuden ist der direkte Kontakt mit seinem Publikum. Mit seinen Solo-Bühnenprogrammen wie „Pierre Richard III“ tourt er unermüdlich durch Frankreich und die Welt. In diesen Shows blickt er mit Humor und Zärtlichkeit auf sein Leben und seine Karriere zurück. Die Energie, die er dabei ausstrahlt, ist ansteckend und lässt das Publikum sein Alter völlig vergessen. Auch 2025 stehen noch Termine in seinem Kalender – ein unglaublicher Beweis für seine Fitness und seine Liebe zur Bühne.

Die Philosophie eines ewig Neugierigen

Was ist also sein Geheimnis? In Interviews gibt er oft einen Einblick in seine Lebensphilosophie. Er betont immer wieder, wie wichtig es ist, neugierig zu bleiben, weiter zu lernen, zu lesen und sich für die Welt zu interessieren. Er weigert sich, sich wie ein „alter Mensch“ zu verhalten oder zu denken. „Das Alter ist im Kopf“, sagt er oft. Diese bewusste Entscheidung, geistig und seelisch jung zu bleiben, ist wahrscheinlich der wichtigste Schlüssel zu seiner Langlebigkeit.

Schlussfolgerung

Der bevorstehende 91. Geburtstag von Pierre Richard ist nicht deshalb erstaunlich, weil die Zahl so hoch ist. Er ist erstaunlich, weil der Mann selbst jede Vorstellung von dem, was in diesem Alter möglich ist, sprengt. Seine Lebensfreude, seine ungebrochene Schaffenskraft und sein funkelnder Blick scheinen die Gesetze der Zeit ausser Kraft zu setzen.

Seine Langlebigkeit ist eine Mischung aus guten Genen, einer tiefen Leidenschaft für seine Kunst und seinen Wein, und vor allem einer bewussten Entscheidung, das Leben bis zum letzten Tropfen auszukosten. Er ist mehr als ein nationales Kulturgut; er ist eine Inspiration. Pierre Richard beweist uns jeden Tag, dass das Alter wirklich nur ein Geisteszustand ist und dass der Geist des „grossen Blonden“ – poetisch, verträumt und voller Leben – ewig ist.

Joyeux anniversaire, Monsieur Richard!

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